Häusliche Konservierung von Früchten

Frische und saftige Früchte sind ein Genuss, den wir möglichst über das ganze Jahr haben möchten. Leider ist die Erntesaison von Früchten recht kurz, so dass wir in den übrigen Monaten die Früchte so genießen müssen, wie wir sie in der häuslichen Speisekammer aufbewahrt haben, oder wir müssen zu den in den Läden erhältlichen Tiefkühlprodukten greifen. Ein anderes Verfahren der Verlängerung der Haltbarkeit von Früchten ist die Gefriertrocknung (auch Lyophilisierung genannt). Was ist darunter zu verstehen? Die Gefriertrocknung ist eines der Verfahren der Konservierung von Früchten, das in letzter Zeit immer populärer wird. Es beruht auf dem Einfrieren der Früchte und der anschließenden Trocknung unter hohem Druck, wodurch man die Früchte lange aufbewahren und genießen kann. Gefriergetrocknete Früchte haben wir in unseren Produkten verwendet. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in diesem Artikel. Für das Verfahren der Gefriertrocknung werden Spezialmaschinen benötigt. Deshalb eignet sich die Gefriertrocknung nicht als Verfahren für die häusliche Konservierung. Es gibt jedoch auch andere Verfahren, um den Geschmack und die Eigenschaften von Früchten länger zu erhalten. Nachstehend stellen wir Ihnen einige Verfahren der häuslichen Konservierung von Früchten vor.

 

1. Einfrieren von Früchten

Im Winter warten wir mit Ungeduld auf den Genuss dieser Früchte, aber in der Erntezeit von Frischobst genießen wir sie seltener, doch diese Zeit vergeht recht schnell. Das Einfrieren von Früchten kann uns daher helfen, die Frische von Früchten länger zu erhalten, wobei auch ihre Nährwerte erhalten bleiben. Wir können zu eingefrorenem Obst greifen, wenn in den Läden und an den Marktständen kein frisches Obst erhältlich ist.

Wie werden Früchte eingefroren?

Die Früchte sollten möglichst kurz nach ihrer Ernte eingefroren werden. Sie müssen vor dem Einfrieren gewaschen, geschält und abgetrocknet werden. Große Früchte sollte man in kleinere Stücke schneiden, denn so lassen sie sich besser im Gefrierfach/in der Gefriertruhe aufbewahren und dann leichter auftauen.

Die auf diese Art und Weise vorbereiteten Früchte sind in hierzu bestimmten Gefrierbeuteln oder in entsprechenden Behältnissen einzufrieren. Wenn man kleinere Früchte einfrieren möchte, wie Himbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren oder Erdbeeren, dann sollte man sie auf ein Tablett gelegt einfrieren und danach die eingefrorenen Früchte in ein entsprechendes Behältnis oder einen Gefrierbeutel füllen. Auf diese Weise kleben die Früchte nicht aneinander und lassen sich aus dem Behältnis/Beutel leichter herausnehmen.

Wie werden die Früchte korrekt aufgetaut?

Es gibt zwei Verfahren zum Auftauen der Früchte. Das erste Verfahren ist schneller. Hierzu werden die Früchte in warmes, aber nicht heißes Wasser gelegt. Beim zweiten Verfahren werden die Früchte im Kühlschrank langsam aufgetaut. Dadurch wird die Bildung von Bakterien begrenzt. Auch viele Nährwerte lassen sich so erhalten. Zum Einfrieren eignen sich praktisch alle Früchte. Eingefroren können sie fünf bis sechs Monate aufbewahrt werden. Doch man muss sich daran halten, dass aufgetaute Früchte nicht wieder eingefroren werden dürfen!

 

2. Konservierung von Früchten mit Zucker

Das ist wohl das populärste Verfahren der Konservierung von Früchten, das auch sehr natürlich ist. Zucker verhindert hierbei das Erregerwachstum. Das Einkochen von Früchten für den Winter lohnt sich: zu Marmelade, Konfitüre, Fruchtsaftgetränke oder Mus. Zur Konservierung kann man Weißzucker oder Rohrzucker verwenden.

 

3. Pasteurisierung

Die zu Marmelade, Konfitüre oder Mus verarbeiteten und in Gläser gefüllten Früchte wollen wir möglichst lange in unserer häuslichen Speisekammer aufbewahren. Deshalb sollten die Gläser pasteurisiert werden. Die Pasteurisierung kann im Trocken- oder Nassverfahren vorgenommen werden.

Pasteurisierung im Trockenverfahren

Bei der Pasteurisierung im Trockenverfahren werden die Gläser mit dem Einfüllgut in den Backofen, der auf eine Temperatur von 60-100 °C aufgeheizt ist, ca. 50-60 Minuten gestellt. Hierzu wird die Fettpfanne verwendet. Dadurch lässt sich der Backofen vor Verschmutzung schützen, falls ein Glas springen sollte. Die Gläser auf der Fettpfanne dürfen sich nicht berühren, denn während der Pasteurisierung treten natürliche Schwingungen auf und die Gläser können springen. Die verschlossenen Gläser mit dem Einfüllgut werden in den kalten Backofen gestellt und langsam erwärmt. Danach lässt man die Gläser im Backofen auskühlen.

Pasteurisierung im Nassverfahren

Bei der Pasteurisierung im Nassverfahren werden die Gläser ebenfalls luftdicht verschlossen. Hierzu wird Wasser verwendet. Auf den Boden eines Topfes legt man ein entsprechend großes Tuch oder ein Brett, das die Schwingungen der Gläser abfängt. Die Gläser werden so in den Topf gestellt, dass sie sich nicht berühren. Danach füllen wir den Topf bis zu Dreiviertelhöhe der Gläser mit Wasser. Der Topf wird mit einem Deckel zugedeckt und bei kleiner Hitze erwärmt. Dieser Prozess dauert von 10 bis max. 30 Minuten, damit die Früchte nicht zerkochen.

Bei der Pasteurisierung im Trocken- und Nassverfahren, tötet die hohe Temperatur Schimmel und Erreger ab, durch die das Einfüllgut schlecht werden kann. Dadurch wird es besser haltbar gemacht. Die eingekochten Gläser können mehrere Wochen oder sogar Monate aufbewahrt werden.

Um sicher zu sein, dass die Gläser gut pasteurisiert sind, kann man sie einer Tyndallisation unterziehen. Dabei wird die Pasteurisierung dreimal in einem Zeitabstand von 24 Stunden durchgeführt.

 

4. Einsäuern – Haltbarmachung von Früchten mit Salz

Eingesäuerte Lebensmittel werden immer beliebter, denn immer häufiger hört man von den gesundheitsfördernden Eigenschaften und von dem positiven Einfluss dieser Produkte auf unseren Körper, insbesondere auf den Darm. Das Einsäuern ist ein Verfahren der Konservierung von Produkten mit Salz, bei dem es zu einer natürlichen Gärung der Produkte kommt, in denen sich Milchsäure bildet, die konservierende Eigenschaften hat. Obwohl man am häufigsten Gemüse wie Kohl, Gurken oder Rote Bete einsäuert, eignen sich auch Früchte, vor allem Zitrusfrüchte, zum Einsäuern. Einsäuern kann man: Zitrone, Apfel, Limone und Orange, die eingesäuert zu Saucen, Salaten oder Grütze/Grieß serviert werden können. So kann man an langen Wintertagen das Zitrusaroma genießen.

 

5. Marinierte Früchten – Konservierung mit Essig

Marinaden aus Essig sind eine weitere Methode zur Verlängerung der Haltbarkeit von Früchten. Essig in Kombination mit Salz, Zucker und verdünntem Wasser ist eine ausgezeichnete Marinade für Pflaumen, Birnen, Kirschen und Pfirsiche. Marinierte Früchte passen sehr gut zu Fleischgerichten oder Salaten. Sie können auch als Vorspeise serviert werden. Essig-Marinaden können süß oder süß-sauer sein und auch mit Gewürzen wie Zimt, Ingwer und Kardamom verfeinert werden. Zum Marinieren von Früchten kann auch Apfelessig oder Balsamico-Essig verwendet werden.

 

6. Dörren von Früchten

Dörren oder Trocknung ist wohl das älteste Verfahren zur Konservierung von Früchten. Beim Dörren wird den Früchten Wasser entzogen, wodurch ihre Haltbarkeit verlängert wird. Das Dörren von Früchten kann nach unterschiedlichen Methoden vorgenommen werden: im Backofen (hier ist die Temperatur niedrig und das Dörren dauert länger), in elektrischen Dörrapparaten oder direkt an der Sonne. Die gedörrten Früchte sind luftdicht in verschlossenen Behältnissen an einem dunklen Ort aufzubewahren.

 

Die häusliche Konservierung von Früchten ist eine ausgezeichnete Methode, um den Geschmack der Früchte an langen Herbst- und Wintertagen genießen zu können. Diese Verfahren gewährleisten, dass in unseren Gläsern die wertvollsten Inhaltsstoffe sind, die wir uns wünschen, ohne künstliche Farbstoffe, Konservierungsmittel und andere unnötige Füllstoffe. Wählen Sie sich Ihr Lieblingsverfahren zur Konservierung aus und verarbeiten Sie Ihre Lieblingsfrüchte. Sie können zu den Gläsern greifen, wann Sie wollen, und den sommerlichen Geschmack genießen! Guten Appetit!

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